Ein anderer Sommernachtstraum
„Was Da War“
Kunst? Dokument? Film!!!
73 Min.
Werbung ? Ist das hier Werbung? JA!
Noch dazu für eine Art von Film, die ich nicht unbedingt heiß liebe: Denn wenn ES passiert im Dokumentarfilm - das Unerwartete, Einzigartige, Besondere - dann...
Dann ist die Kamera meist nicht dabei. Weil ES ja nicht vorhersehbar ist. Und so ist der Dokumentarfilm oft gerade nicht dokumentarisch.
TROTZDEM RÜHRE ICH HIER DIE TROMMELN !
Wenns also nichts ist mit der Realität, was statt dessen?
Das Gegenteil, die totale Künstlichkeit! DIE WELT DER PUPPEN.
Wer die vielseitige, quirlig-südliche Nadja Saleh kennenlernt, erwartet alles. Aber kein Film über etwas so Nüchternes wie ein Atomkraftwerk. Und nüchtern-dokumentarisch bleibt es dann auch nicht. Intime Interviews, kontrastierend ergänzt wie erweitert durch Figuren, führen in eine längst untergegangene Welt, untergegangen, ohne zum Alptraum zu werden.
Und so bleibt auch Raum für die nie ganz vergessenen Träume und Hoffnungen von damals.
Nach einem langen Kampf für und gegen den Film darf man gespannt sein, wie diese Träume sich mit der Open-Air-Bühne Weißensee zu einem ganz besonderen Sommernachtstraum verbinden.
Tun. 23. Juli 21:30 Uhr, Kleine Freilichtbühne Weißensee
https://freilichtbuehne-weissensee.de/events/was-da-war-auf-und-abbau-des-kkws-stendal/
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WAS DA WAR
Kleine Rezension
Nun habe ich ihn auch gesehen, den Film. Beeindruckend. Ab einem bestimmten Punkt treten die Interviewten - die nicht zu sehen sein wollten - als von der Filmemacherin offen geführte ca. 80 cm große Puppen auf, die glaubhaft, obwohl ohne den Mund zu bewegen, mit der jeweiligen Original-Stimme von zwei Interviewten sprechen. Eine Köchin spricht Originaltext. aber nachgesprochen mit der Stimme der Filmemacherin. Aber man sieht die Puppen, hört die Stimmen, doch anders als oft im PuppenTHEATER, lenkt hinter der Puppe keine für sie sprechende Person ab.
Wir hören – und sehen in wenigen erhaltenen Fotos – von den Vorbereitungen des Kernkraftwerk-Baus, was langsam in den eigentlichen Bau übergeht. Nicht ausgelassen wird, dass die wenigen Warner vor nuklearen Gefahren bis zum Ende des KKW wie des Films teilweise offen für Spinner gehalten werden. Einen Moment lang war ich verwundert über die durchweg passive Zustimmung der Erbauer zu allem und jedem, bei gleichzeitiger Wahrnehmung von allem, was schiefläuft. Eben Sozialismus, denke ich. Und korrigiere mich mit der Frage: Ist oder wäre es bei einem ähnlichen Großprojekt heute anders? Natürlich gäbe es mehr Protest - draußen.
Es gibt einiges zu sehen mit den Tischpuppen - die Atif Hussein in der seit ca. 40 Jahre üblichen Art beisteuerte, aber auf hohem, vor allem gesichtsgestalterischen Niveau – und was für mich manchmal etwas lang war, zu zögerlich, sich von manch gedrehtem Material zu trennen. Einige mutige visuelle Metaphern erschlossen sich mir nicht. Aber für puppenungewohnte Zuschauer waren manche Längen vielleicht auch richtig. Insgesamt: Hut ab vor der alles in allem erstaunlich komplexen Ein-Frau-Leistung einer - von der Bühne kommenden - ungelernten Filmanfängerin!
Ich hörte beim Nachgespräch am Lagerfeuer von erfreulichen, überwiegend positiven Reaktionen vieler KKW-Ehemaliger bei Filmvorführungen in der Stendaler Gegend. Die dem Film und ihrer Vergangenheit Respekt gezollt und sich dafür extra fein gemacht hatten. Das berührt.
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6. Juli 2026
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In der SCHAUBUDE
(die ich nur ausnahmsweise wieder besuchte)
22. Mai 2026
| 24 BILDER/SEKUNDE |
Beschreibt als Titel das Trickfilm-Prinzip: 24 Bilder müssen in der Sekunde aufgenommen werden, jedes etwas anders, sodaß der Eindruck von Bewegung entsteht. Die erste, die das abendfüllend vorführte, war vor 100 Jahren in Berlin Lotte Reiniger mit »Die Abenteuer des Prinzen Achmed« - zumindest ist es der erste erhaltene Animations-Langfilm.
Grimme-Preisträgerin Katrin Rothe, höchst erfolgreiche Filmerin mit einem eigenen Stil, der der Technik Reinigers nahekommt, nämlich flache oder halbplastische Pappfiguren in Stop-Motion zu animieren, scharte ein profiliert-potentes Team zusammen, um Lotte R. zu würdigen. Nicht als (Trick-)Film, sondern als Live-Performance.
Der griffige Text von Rike Reiniger aus der Familie der Künstlerin, zeitweise selbst mit der Schwesternkunst Puppenspiel unterwegs, behandelt Episoden und Reflexionen wie Begegnungen mit der Macht: Die Arbeit der Lotte R. wurde teils von Obernazis brachial abgelehnt, vereinzelt aber auch geschätzt. Auch wenn Lotte und Ehemann Karl Koch nicht im engeren Sinn emigrierten, als sie nach England ging, abgestoßen von der deutschen Judenverfolgung, wurde hier eine Kontinuität gestört - von Autorin und Regie aber nicht undifferenziert als Opfertum dargestellt.
Insgesamt bleibt der engagierte Abend etwas unschlüssig, zwischem Vortrag ("Lecture performance"), belebtem Dia-Abend und szenischer Lesung. Etwas Trickfilm, sowohl historisch von Lotte R. als auch heutig von Katrin R. hätten nicht geschadet.
Nur 34 Zuschauer auf den ca. 140 Schaubuden-Plätzen am Freitag, nach 104 am Premieren-Vortag, schauen und hören andächtig zu. Hat das geringe Interesse nur mit schönem Wetter (61 Reservierungen) oder vielleicht doch etwas mit der Programmpolitik des Hauses zu tun, mit unentwegt Randbereichen des Puppenspiels, wo an sich Interessantes durch Häufung uninteressant wird?
Die Illusion, dass der problematische Schaubuden-Umgang mit ungenehmen Stücken, Themen und Künstlern das Publikum abstößt, habe ich allerdings nicht.
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Mein PUPPENSPIEL-BASISKURS für Anfänger UND Fortgeschrittene, Quintessenz aus ca. 60 Berufs- und 26 Unterrichtsjahre, geht an die Wurzel
3 Lektionen von je 3 Stunden
1. Sa 13.06. 11 – 14 Uhr
2. So 14.06. 11 – 14 Uhr
3. Sa 20.06 14 – 17 Uhr
https://www.puppentheater-museum.de/puppenspiel-basiskurs/ ACHTUNG: Der hohe Preis ist verhandelbar, JEDER soll teilnehmen können. Allerdings erschließt sich der komplexe Zusammenhang erst bei allen drei - weitgehend praktischen - Lektionen
AUF HERBST '26 VERLEGT
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Demnächst folgen hier noch weitere Einträge: Etwas zur Vorstellung des Merlin-Puppentheaters am 31.5. (eine griechischstämmige Formation, die höchst erfolgreich überall in der Welt als Berliner Gruppe spielt - aber fast nie in Berlin, und schon gar nicht in der SCHAUBUDE)
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Die Berliner Schauspielerin Swetlana Schönfeld ist kürzlich 74jährig verstorben. Wir waren in Parallelklassen an der Schauspielschule und konnten uns flüchtig – aber ich wußte nichts über ihre Kindheit in Sibirien. Hier ein höchst interessantes Interview von 2019 - Gulag, Stalin, Neue Zeit:
https://www.deutschlandfunkkultur.de/schauspielerin-swetlana-schoenfeld-dlf-kultur-900f577f-100.html?fbclid=IwY2xjawSGPaRleHRuA2FlbQIxMABicmlkETFG SDNHY3pQMnBwbGZYd1VNc3J0YwZhcHBfaWQQMjIyMDM5MTc4ODIwMDg5MgABHvNpGUNjqd-cJ g-s0CtntXi8bHJWeZSHGpp6ImXDV1RFIkSxFncLtiM8IteW_aem_zzaOvR51kFbQIXZOz279Bg
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Merlin-Puppentheater als Festivalgast im GRASHÜPFER